Problemlösen in 5 Schritten

Schritt 2: Realistische Ziele setzen

Überlegen Sie sich nun ein wichtiges Ziel für Ihren gewählten Problembereich. Ein Ziel, für das es sich lohnt, etwas zu investieren!

Inhaltlich können Ziele sehr unterschiedlich sein: Es kann darum gehen, etwas zu verändern (z. B.  zwei Nachmittage Zeit für sich für Sport und Spazierengehen haben). Ein Ziel kann aber auch sein, einen besseren Umgang mit belastenden Gefühlen zu finden (z. B. besser mit der Trauer zurechtzukommen) oder mit etwas, das nicht veränderbar ist (z. B. gelassener zu bleiben, wenn der Pflegebedürftige morgens sehr langsam ist).
 

Notieren Sie hier Ihr Ziel:

  • Das Ziel sollte Ihr Ziel und nicht das Ziel anderer sein.

  • Die Vorstellung des Ziels sollte bei Ihnen deutlich positive (und keine negativen) Gefühle hervorrufen.

  • Formulieren Sie Ihr Ziel immer positiv (also nicht Ich möchte nicht mehr so erschöpft sein sondern Ich möchte mich wieder fitter fühlen).

  • Das Ziel sollte realistisch sein. Setzen Sie sich gegebenenfalls leichter zu erreichende Zwischenziele.

  • Bei komplexen Problemen können Teilziele hilfreich sein, für die jeweils eigene Lösungen erarbeitet werden (z. B. gelassener im Umgang mit meiner demenzkranken Mutter werden und einmal pro Woche wieder etwas Entspannendes für mich machen.)

  • Ihr Ziel sollte möglichst konkret sein. Wenn Sie sich zum Beispiel wieder gelassener fühlen wollen, sollten Sie sich als Ziel etwas vornehmen, das Sie konkret umsetzen können (z. B. Ich möchte gelassener reagieren, wenn meine Mutter mich immer das Gleiche fragt).

  • Wenn-Dann-Ziele (Wie? Wo? Wann?) erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung (z. B. Wenn ich zur Arbeit muss, dann will ich gelassener auf die immer gleichen Fragen meiner Mutter reagieren.).

  • Wie merken Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben? Wie lässt sich Ihr Ziel messen?

Mein Ziel:

Francesca überlegt sich, dass sie insgesamt gerne wieder erholter und fitter sein möchte. Dies würde auch bedeuten, dass sie im Umgang mit ihrer Mutter wieder entspannter wäre. Dafür wären für sie regelmäßige Erholungszeiten wichtig. Doch was bedeutet das konkret? Francesca geht nochmals ihren Wochenplan durch und notiert schließlich ihr ganz konkretes Ziel:

Jede zweite Woche einen freien Freitagnachmittag und –abend (Schwimmen mit Wassergymnastik, abends mit meiner Freundin Gloria etwas Schönes unternehmen)

Ein freies Wochenende (Samstag und Sonntag) im Monat (ausschlafen, wandern gehen, sonstige Unternehmungen)

Durch diese Freiräume erhofft sie sich auch, dass sie sich im Job wieder besser konzentrieren und gegenüber ihrer Mutter wieder gelassener sein kann (z. B. seltener gereizt reagiert).