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Trauer bei Demenz

Angehörige von Menschen mit Demenz sind einer ganz besonderen Form des Abschieds ausgesetzt, weil die pflegebedürftige Angehörige oder der pflegebedürftige Angehörige nicht nur körperlich abbaut, sondern auch geistig und emotional immer mehr in seiner eigenen Welt verschwindet. Dies führt zu einer zwiespältigen Situation: Die pflegebedürftige Person ist körperlich anwesend, entfernt sich aber geistig immer mehr. In keiner anderen Pflegesituation kommt es daher so sehr zu einem Abschied zu Lebzeiten wie in dieser.

Vielen pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz fällt es dann schwer, sich ihre Trauer einzugestehen, „denn der andere ist ja noch da“.

Geht es Ihnen auch so?

Vor einem Jahr waren wir auf der Hochzeit unseres Sohnes. Als die Tanzfläche eröffnet war, hab ich meinen Mann am Arm genommen, ich wollte mit ihm tanzen und feiern. Da hat er mich ganz urplötzlich angeschnauzt, ich solle ihn sofort loslassen. Ich war so vor den Kopf gestoßen, so beschämt. Das war nicht mein Mann. Ich wollte, dass alles schön ist, eine fröhliche Hochzeit für unseren Sohn, aber ich fühlte mich auf einmal mutterseelenallein. Ich musste dann für einen Moment rausgehen, um mich zu sammeln.

Irene (70 Jahre) kümmert sich um ihren Mann Helmuth (76 Jahre). Helmuth leidet unter Parkinson und ist demenzkrank und neigt dadurch zu aggressivem Verhalten, was Irene verletzt und verunsichert. Sie fühlt sich einsam – auch, weil sie sich kaum mehr mit ihrem Mann in die Öffentlichkeit begibt.

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