Als Lesezeichen speichern | Angst, selbst alt und krank zu werden

Ängste, Sorgen, Hilflosigkeit

Angst, selbst alt und krank zu werden

Es ist schwer, mitansehen zu müssen, wie der andere immer mehr abbaut und womöglich selbst darunter leidet. Viele Pflegende denken dann auch über ihre eigene Gesundheit nach: Wird man selbst einmal so abhängig, so eingeschränkt oder krank sein? Das kann verständlicherweise sehr beängstigend sein.

Das Beste, was Sie tun können, ist, diese Angst zuzulassen und zu akzeptieren. Die Erkenntnis, dass das Leben begrenzt ist und man selbst alt und vielleicht auch krank werden wird, ist für alle Menschen psychisch anstrengend und meist auch sehr schmerzhaft. Wenn man die Endlichkeit des Lebens aber akzeptiert und verinnerlicht, lässt die Angst häufig nach. Auf jeden Fall aber wächst die Wertschätzung für das Leben und das, was gerade gut läuft und womit Sie zufrieden sind.

Durch die Krankheit meines Partners habe ich viel mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit zu tun. Aber dadurch, dass Wolfgang und ich immer wieder über den bevorstehenden Abschied sprechen, erschrecken mich diese Themen nicht mehr ganz so sehr. Der Tod löst in mir kein blankes Entsetzen mehr aus. Ich bin manchmal unendlich traurig, aber dass er zum Leben gehört, das habe ich „innerlich“ verstanden – denke ich.

Ute (59 Jahre) pflegt ihren Lebenspartner Wolfgang (63 Jahre), der aufgrund eines Tumors körperlich immer stärker abbaut. Beide gehen sehr offen und bewusst mit der Situation um und denken auch über professionelle Unterstützung nach.

Ich finde es sehr schwierig, mitanzusehen, was es bedeutet, alt zu werden. Meine Mutter war so eine selbstständige Frau – jetzt merke ich, wie ihr die alltäglichsten Aufgaben immer schwerer fallen: Kochen, einkaufen, aufräumen – einfach alles. Sie ist immer mehr auf mich angewiesen und eben nicht mehr die, die sich um andere kümmert. Auch für sie ist das sehr schwer, das merke ich.

Gleichzeitig frage ich mich immer öfter, wie das mal bei mir sein wird. Werde ich auf die Hilfe anderer angewiesen sein? Wer wird dann für mich sorgen? Werde ich die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, auch wirklich tun können? Werde ich zum Beispiel für meine Enkelkinder da sein können? Darauf gibt es keine Antwort und diese Ungewissheit ist beängstigend. Andererseits führt es auch dazu, dass ich die Zeit mit meinen Kindern und meinem Mann mehr zu schätzen weiß.

Monika (43 Jahre) pflegt ihre allein lebende Mutter Elke (67 Jahre). Elke leidet unter einer beginnenden Demenz. Sie verliert häufig ihre Sachen, verbummelt Termine, findet nicht die richtigen Worte und stellt ständig die gleichen Fragen.