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Ungeduld, Ärger, Wut

2. Schritt: Annehmen

Wenn Sie Ihre Wut, Ihre Ungeduld oder Ihren Ärger wahrgenommen haben, geht es darum, diese Gefühle bewusst anzunehmen. Dabei kann es helfen, sie klar zu benennen – zum Beispiel so: Das ist gerade eine sehr schwierige Situation und ich bin sehr wütend. Das ist jetzt so. Die Situation ist, wie sie ist. Ihre Gefühle sind, wie sie sind. Hadern hilft nicht. Ihre Gefühle sind nicht grundlos da und jeder Kampf dagegen kostet Energie (auch wenn Sie das vielleicht nicht unmittelbar merken).

   

Was könnten Sie sich sagen, um Ihre Wut, Ihren Ärger oder Ihre Wut anzunehmen?

Wann/wobei werde ich wütend oder ungeduldig?

Was könnte ich mir sagen, um mein Gefühl anzunehmen?

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Wann/wobei werde ich wütend oder ungeduldig?
Wenn ich andere Freunde mit ihren glücklichen Familien sehe, macht mich das wütend.

Was könnte ich mir sagen, um mein Gefühl anzunehmen?
Das Leben ist nicht immer gerecht und die Umstände sind jetzt einfach schrecklich. Ich darf wütend sein!

Ute (59 Jahre) pflegt ihren Lebenspartner Wolfgang (63 Jahre), der aufgrund eines Tumors körperlich immer stärker abbaut. Beide gehen sehr offen und bewusst mit der Situation um und denken auch über professionelle Unterstützung nach.

Wann/wobei werde ich wütend oder ungeduldig?
Wenn meine Frau das Abendessen verweigert.

Was könnte ich mir sagen, um mein Gefühl anzunehmen?
Ok, das ist jetzt eine Situation, die mich völlig verrückt macht. Das ist jetzt so.

Willi (76 Jahre) kümmert sich um seine demenzkranke Frau Luise (75 Jahre). Beide waren immer sehr aktiv und viel unterwegs, auch als Rentner. Luises Demenz schreitet jedoch schnell voran und Willi fällt es schwer, seine ehemals lebensfrohe Frau so hilflos und passiv zu sehen.

Wann/wobei werde ich wütend oder ungeduldig?
Wenn mein Mann mich anschreit. Ich halte ja einiges aus; dass Helmuth alles vergisst, dass er nachts wach wird, dass ich ihm die Windeln wechseln muss. Aber wenn er mich so anbrüllt, da setzt bei mir was aus.

Was könnte ich mir sagen, um mein Gefühl anzunehmen?
So, ich bin gerade vollkommen außer mir. Ich habe das Gefühl, mich nicht mehr kontrollieren zu können. Das ist jetzt so.

Irene (70 Jahre) kümmert sich um ihren Mann Helmuth (76 Jahre). Helmuth leidet unter Parkinson und ist demenzkrank und neigt dadurch zu aggressivem Verhalten, was Irene verletzt und verunsichert. Sie fühlt sich einsam – auch, weil sie sich kaum mehr mit ihrem Mann in die Öffentlichkeit begibt.

Wann/wobei werde ich wütend oder ungeduldig?
Wenn wir es eilig haben und ich Hans bei jedem Handgriff helfen muss, dann rumort es schon ziemlich in mir. Dann denke ich mir: Den ganzen Stress hätten wir uns sparen können, wenn er mal ein bisschen auf mich gehört hätte!

Was könnte ich mir sagen, um mein Gefühl anzunehmen?
Ich bin wütend auf ihn! Und gleichzeitig fühle ich mich gemein, weil ich so wütend bin. Aber das ist jetzt beides wohl einfach da.

Christa (65 Jahre) pflegt ihren Ehemann Hans (67 Jahre), der sich seit seinem Schlaganfall vor eineinhalb Jahren nur noch langsam bewegt, außer Haus auf den Rollstuhl angewiesen und deswegen auch leicht depressiv geworden ist.