Begleitung von Sterbenden

3. Verhandeln mit dem Schicksal

Der Theaterregisseur Christoph Schlingensief schrieb vor seinem Tod: Und dann habe ich versprochen, dass ich eine Kirche, eine Schule, ein Krankenhaus und ein Theater, ein Opernhaus in Afrika bauen werde, wenn das hier gut ausgeht.

Die meisten Erkrankten äußern weniger großartige Versprechen oder Wünsche, aber sie versuchen, dem Arzt, ihrem Gott oder dem Schicksal eine Fristverlängerung abzuringen: Ich möchte noch die Einschulung meines Enkels erleben, dann bin ich bereit! oder Wenn ich das überlebe, werde ich mich nie wieder über Kleinigkeiten aufregen!
 

Wie können Sie damit umgehen?

  • Nehmen Sie den Lebenswillen wahr, der hinter dem Verhandeln steht.

  • Lassen Sie Ihrem Angehörigen seine Wünsche, aber wecken Sie keine unrealistischen Hoffnungen in ihm.

  • Sprechen sie mit Ihrem Angehörigen über seine Wünsche, zum Beispiel so: Denkst du manchmal darüber nach, was du gerne anders gemacht hättest? Was hättest du noch gerne gemacht? Erzähl mir davon!