Pflegebedürftigkeit & Depression

Worauf muss ich im Umgang achten?

Falls Ihr pflegebedürftiger Angehöriger an einer Depression leidet, kommt Ihnen vielleicht folgende Situation bekannt vor: Sie wollen Ihrem Angehörigen helfen und Mut machen – aber statt Verbundenheit und einer besseren Stimmung tritt das Gegenteil ein: Ihr Angehöriger fühlt sich unverstanden und durch Ihre Ermunterungen nur bedrängt.
 

So wie in diesem Beispiel:

Der Pflegende versucht seinen pflegebedürftigen Angehörigen aufzumuntern: Das kriegen wir schon wieder hin. Lass uns doch einen Spaziergang machen, danach geht es dir bestimmt besser!

Der aber geht nicht auf den Vorschlag ein: Jetzt nicht, ich kann heute nicht, vielleicht morgen ...

 

Der Pflegende fühlt sich zurückgewiesen. Er reagiert verständnislos und macht Druck: Wenn wir jetzt nicht rausgehen, ist die Sonne weg. Jetzt mach schon, das ist doch nicht so schwer!

Der Pflegebedürftige fühlt sich unverstanden und in die Ecke gedrängt: Du hast doch keine Ahnung, wie's mir geht!

 

Der Pflegende reagiert vielleicht so: Das mag sein, aber davon, dass man zu Hause Trübsal bläst, wird es bestimmt nicht besser. Nun komm schon, geh mit!

Weil sich der Pflegebedürftige nicht ernstgenommen fühlt, gibt er auf: Ach, lass mich doch einfach in Ruhe.


Am Ende sind beide frustriert: Der Pflegebedürftige fühlt sich in seiner Depression unverstanden und bevormundet, der Pflegende zurückgewiesen und hilflos.