Begleitung von Sterbenden

4. Depression & Trauer

Viele Sterbende denken auch darüber nach, was sie im Leben versäumt oder verloren haben, ebenso über Schuld, die man wieder gut machen möchte oder über Hoffnungen, die sie nun begraben müssen. Trauer und Reue sind vorherrschende Gefühle. Manche machen sich auch Sorgen um ihre Angehörigen, wenn sie nicht mehr da sind.

Viele bitten um den Besuch von Freunden und Verwandten und wollen sich mitteilen: Über alte Wunden oder Erlebnisse, über die nie gesprochen wurde, über eine Liebe, die viele Jahre verborgen blieb oder um sich zu verabschieden. Für alle Beteiligten sind dies sehr schmerzhafte Begegnungen. Die Niedergeschlagenheit ist auch für die Angehörigen oft schwer erträglich.

Manche Menschen kommen nicht mit dem Gefühl der Trauer zurecht. Um diese nicht spüren zu müssen, verhalten sie sich dann fordernd oder wütend.
 

Wie können Sie damit umgehen?

  • Lassen Sie den Schmerz, die Angst oder auch Wut Ihres pflegebedürftigen Angehörigen zu und unterstützen Sie ihn dabei, seine Gefühle zu spüren und auszuhalten. Diese Gefühle sind schwer zu ertragen, aber sie haben ihre Berechtigung und sind für den Trauerprozess wichtig.

  • Trauern Sie gemeinsam, das verbindet.

  • Unterstützen Sie Ihren Angehörigen, wenn er sich beispielsweise bei jemanden entschuldigen oder eine Angelegenheit bereinigen möchte.

  • Betrachten Sie Ihr gemeinsames Leben mit seinen Höhen und Tiefen.

  • Organisieren Sie emotionale und praktische Unterstützung, zum Beispiel Freunde, Nachbarn, Familie, Ihren Pfarrer: Manche sind eher zum Reden und Weinen geeignet, andere können vielleicht einkaufen oder zeitweilig anwesend sein, damit Sie andere Dinge tun können.

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr pflegebedürftiger Angehörige könnte unter einer Depression leiden, finden Sie unter Pflegebedürftigkeit & Depression weitere wertvolle Informationen.